Sebastian Huhn
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impurfekt - purgatory
Tuesday, 02 December 2008
Album Review
"We are imperfect, we are finite, we are fragile. To deny, ignore, or reject that truth is to do the same to one's self. Be who you are. Embrace your frailty. Cast aside any ideal which suggests otherwise." That's what is to read on the MySpace page of IMPURFEKT, the project of Aaron Russell, musically inspired by the early SKINNY PUPPY, IN STRICT CONFIDENCE and VELVET ACID CHRIST. 'Purgatory' is Aaron's debut release with IMPURFEKT.
And he's gonna pull things off with the 'Dark Prelude', but it's not entirely dark as the title suggests, even if it's started by dark ambient clouds gathering up and later on is supported by a distorted rhythm array, the dark haze lifts now and then to spray a melancholic and in a way, freeing mood, before it drifts into the abysms again and Aaron adds his incredibly distorted vocals. Now we're 'Ascending The Abyss', starting so calm with echoing acoustic (synth) guitars and strings, that the sudden change coming with the monstrous beats hits you quite off-guard, but soon the crisp atmospheres enfold you and makes you blend in with its emotionality. "Follow my Light in the darkness; I will guide you from this hell."
'The Village' strays off from the path of too heavy electronics for a while and even though its mood harbours melancholy in its core it's never to be sad in its entirely and seems to bear a spirit of hope. For the very first time we can hear Aaron's clean voice, floating on the expansive soundscapes. A song to dream. Again we're welcomed by synthesized guitar tunes and strings on the title-giving track 'Purgatory' only that they're seem to sound through a barrier of rain this time. That's only the interlude to grinding industrial quakes, but even if those beats are heavy, they're almost suspended by the layers and layers of atmospherics.
'The Frozen Plain' is a short instrumental piece that – through its sound characteristics – appears to be descending from another time. Close your Eyes and let it take you far away with piano and strings. 'Vengeance' takes on a menacing shape as the superior tones of a church organ waft through the air underlined with choirs. The track is a little more straight-forward; still it's nothing I could imagine to work in clubs. It all has to be simple nowadays and with lyrics you can ignore for the most part. On' Vengeance' Aaron's vocals have more of an instrument. You'll only notice them as an evil hissing, spitting out its thirst for revenge, reflecting in the lyrics as well. "I will have my vengeance."
Hard to believe that this is a debut release with this kind of sound. The melodies and the atmospheric networks spun in the tracks are great, but I'd like to hear some more twists and edges in the rhythm section on a possible future release. Guess that would take IMPURFEKT to a new level.
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odin242
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Impurfekt - purgatory
Es ist noch gar nicht lange her, dass ich bei Myspace auf „Impurfekt" gestossen bin, das Projekt des Amerikaners Aaron Russell. Ähnlich wie bei der ungarischen Band First Aid 4 Souls, mit der Aaron bereits intensiv zusammenarbeitete, überrascht bei Impurfekt die absolute Perfektion der Sounds und der Produktion. Dies ist umso bemerkenswerter, als dass es sich bei „Purgatory" um die Debüt-Scheibe Aarons handelt. Außerdem hat die Vergangenheit oft bewiesen, dass eigenproduzierte Releases von Bands, die nur aus einem einzigen Mitglied bestehen, oftmals daran scheitern, dass der Genius des Masterminds selten ausreicht, um in allen Bereichen einer CD-Veröffentlichung professionell zu wirken. Oft genug scheiterten ambitionierte Projekte an dem Missverhältnis in der Güte von Sound und Vocals, spätestens aber die Produktion offenbarte meist den amateurhaften Charakter solcher Scheiben, denn es scheint schier unmöglich, überall gleichermaßen überzeugend zu wirken.
Und dann kommt eben eine Scheibe wie „Purgatory" und verbrennt die Erfahrungen einfach so mal eben im Fegefeuer der Vorurteile. Das Debüt von Impurfekt ist eine perfekt produzierte, atmosphärisch dichte und homogene CD voller Überraschungen und, was noch wesentlich auffälliger ist, ohne wirklichen Makel.
Aaron nennt die frühen In Strict Confidence, Skinny Puppy und Velvet Acid Christ als Referenzen für seine Arbeit, aber auch Massive Attack, Enigma oder The Future Sound Of London zählen zu seinen Einflüssen. Was sich zunächst etwas seltsam liest, offenbart sich beim Hören der CD schnell zu einer schlüssigen Aussage:
„Purgatory" ist eine tendenziell sehr ruhige Scheibe geworden, die sich nur schwer in Schubladen einordnen lässt. Da finden sich auf der einen Seite ambient-orientierte Instrumentals, gepaart von technoiden Passagen und wüsten Electro-Attacken mit teils unverzerrten (wie beim an die Northern Territories erinnernden „The Village"), teils verzerrten Vocals (z.B. „Purgatory", „Inside", „Vengeance").
Anders als viele andere Bands erzeugen Impurfekt keine gekünstelte expressive Düsternis oder tiefschwarze Nebelschwaden im CMI-Stil, sondern erzeugen meist eine friedliche, entspannte Atmosphäre, in der sich dann urplötzlich entweder eine wütende Aggression entfesselt oder – noch gemeiner – in die sich eine klaustrophobische Beklemmung legt, die, um im Bild zu bleiben, die sich sanft im Sommerwind wiegende Blumenwiese mit einem Mal zu Eis erstarren und sterben läßt. Bestes Beispiel dafür ist das geniale „Omni", welches hymnisch-balladesk beginnt, um in einem rauen Schlachtgesang zu münden, unter dem sich die Rudimente der Eingangsmelodie noch hilflos winden.
Alles in allem ist „Purgatory" eine erfrischend eigenständige Scheibe, deren Stärke in der gekonnten Variierung eines recht ruhigen Grundthemas liegt. Sie wird trotz vielleicht mangelnder Tanzflächentauglichkeit nie langweilig, sondern bietet stets interessante Nuancen, die sich oft erst nach mehrmaligem Hören erschließen. Das bedeutet nicht, dass das Werk sperrig sei, dass es schwer fällt, zu ihm einen Zugang zu finden. Im Gegenteil! Impurfekt kombinieren schon bekannte Elemente, die so ähnlich auch schon bei Mentallo & The Fixer oder in einigen lichten Momenten von Velvet Acid Christ funktioniert haben, und fügen dem Sound eine erfreulich moderne, unverbrauchte Note hinzu. Es ist immer gut, wenn einem spontan kein „Klingt wie"-Vergleich einfällt. Und Konstrukte wie „über eine Kirlian Camera-Melodie legen sich dezente TripHop-Rhythmen, welche durch Severe Illusion-Gesang komplettiert werden" braucht wahrscheinlich kein Mensch.
Ich kann die CD all denen ans Herz legen, die vor allem Düster-Electro aus Nordamerika aus der Mitte der neunziger Jahre bevorzugen und keine Angst davor haben, die damalige Konzepte in die Hier-und-Jetzt-Zeit zu teleportieren. Ich bleibe dabei, für eine Debüt-Scheibe ist „Purgatory" herausragend, ich habe selten ein so gutes Erstlingswerk einer Band gehört.
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